Die Woche in Bonn ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
· Sonntag, den 06.09.2026 ·

Liebe Leserin, lieber Leser,

Statt zu klagen wird an diesem Wochenende gefeiert: Wo der Bundespräsident in der Nacht schläft, wüsste man allerdings schon gerne.

Übellaunig könnte man auf die vergangene Woche schauen mit den ganzen Staus nach dem Ende der Ferien, einem in Teilen disfunktionalen Nahverkehr und dahindarbender Bäume, die unter der langen Trockenheit gelitten haben. Aber das ist dem Rheinländer im Allgemeinen und dem Bonner im Besonderen nun einmal nicht gegeben. Als lustiges Volk wird der Blick nach vorne gerichtet auf die Feierlichkeiten, die vor der Tür stehen.
Beim Tag der offenen Tür vor acht Jahren: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender vor der Villa Hammerschmidt. 
Foto: Henning Kaiser/dpa/Henning Kaiser
Dass für das Bürgerfest mit dem Bundespräsidenten an der Villa Hammerschmidt die Adenauerallee auf einem kurzen Abschnitt für wenige Tage voll gesperrt ist, ist ein Preis, der für diese demokratiefördernde Veranstaltung (kostenlose Karten leider schon vergriffen) keinesfalls zu hoch ist. Noch nahbarer wäre es allerdings gewesen, wenn das Bundespräsidialamt nicht ein solches Geheimnis daraus machte, wo Frank-Walter Steinmeier nebst Gattin Elke Büdenbender zu nächtigen gedenken.
Wäre deren Sicherheit tatsächlich so viel stärker gefährdet, wenn die Öffentlichkeit erführe, dass das Paar beispielsweise im Schlafzimmer schläft oder bei mehr als 20 Grad sein Nachtquartier in den kühleren Kellerräumen zu beziehen pflegt? Wie auch immer: Das Programm wartet mit Rundgängen, Diskussionen, Lesungen, einem Mitmachzirkus, Musik und Tanz auf. Der Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften tanzt den Musubi no Mai (zu Deutsch: Tanz der Verbundenheit). Ihn sollte man nicht verwechseln mit dem ähnlich lautenden „Musasabi no Mai“ (übersetzt: Tanz des Gleithörnchens), der in einigen Kampfvideospielreihen für eine Spezialattacke verwendet wird.
Da es sich aber nicht geziemt, Leerausgegangenen ohne Ticket über Gebühr eine lange Nase zu machen, sei an dieser Stelle auf das Fest am Wochenende zu „100 Jahre Bad“ ausdrücklich hingewiesen. In Bad Godesberg begehen sie diesen Tag am Draitschbrunnen und Kurpark mit einer Zeitreise in die 1920er Jahre, was Gäste nach Möglichkeit bei der Garderobe berücksichtigen sollten. GA-Kollege Richard Bongartz hatte freundlicherweise Hinweise gegeben, wie der Look ohne Zukäufe mit einem Griff in den eigenen Kleiderschrank gelingen kann. Explizit zu berücksichtigen wäre bei der Auswahl, dass die Klamotten sackhüpftauglich und für den Gute-Laune-Tanz Charleston geeignet sein sollten.
Und als ob der Herrgott diese Stadt überschwänglich begünstigen wollte, beginnt auch noch das Beethovenfest; am Samstag ab mittags mit „Bühne frei für Beethoven“ auf dem Marktplatz. Die rechte Rheinseite ist dann in der nächsten Woche dran, wenn Pützchens Markt beginnt. Man darf ja den Kopf nicht hängen lassen. Es muss weitergehen.
Einen schönen Restsonntag wünscht 
Ihr Philipp Königs
 
Philipp Königs 
Redakteur Bonn
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