Die Woche in Bonn ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
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· Sonntag, den 20.09.2026 ·

Liebe Leserin, lieber Leser,

die achte Bahn ist zurück, die Adenauerallee wird gelb, und über Pützchen geht die Welt unter. Da wird nicht nur der neue Verkehrsminister neugierig auf Bonn.

Bonn brodelt, haben jetzt die geschätzten Kollegen der FAZ nüchtern festgestellt. Der Slogan geht natürlich viel leichter über die Lippen als „Freude. Joy. Joie“. Und er passt irgendwie auch besser zu den sich überschlagenden Anzeichen der nahen Apokalypse. Wobei die Regenmassen über Pützchen wohl doch kein Menetekel waren, sondern bloß jenes Wasser, auf dessen Lieferung am Beueler Rheinufer wegen der Staus an der Kennedybrücke seit Juni ebenso gewartet wird wie auf die „Nummer 42“ mit doppelt Käse von Momento Pizza.
Bonn pinselt, Bonn brodelt, Bonn bleibt bunt: Diesmal passt die Neumarkierung auf der Adenauerallee zumindest farblich zur Jahreszeit. 
Foto: Meike Böschemeyer

Die Russen haben genug 

 
Aber Spaß beiseite. Schreckliche Dinge, verursacht von unverantwortlicher Menschenhand, können auch in Heile-Welt-Kolumnen wie dieser nicht einfach ignoriert werden: Kaum hatten wir über die Abschaffung des Klimatickets, das Aussetzen der Kastanienaktion bei Haribo und die Schließung der Metzgerei Voigt berichtet, zog die russische Regierung die Reißleine und ließ ihr Botschaftspersonal aus der Bundesstadt ausfliegen. Kaufrausch, Fressattacken, dreimal kontrollieren, ob der Herd wirklich aus ist: Gut, dass die zurückgebliebenen Bonner über andere Strategien zur kognitiven Entlastung in temporären Druckphasen verfügen. Seit Mittwoch wird mal wieder die Adenauerallee markiert. Das Gelb auf dem Rot passt diesmal wirklich schön zur Jahreszeit.
Womit wir von den Verheerungen auch schon zu den Verheißungen gelangt sind. Also bitte, doch nicht das Heidifest auf RTL!! Gemeint sind die Stadtwerke! In feinsinniger Anlehnung an die acht Passagiere der Arche Noah – und natürlich als Reminiszenz ans Stoppschild – haben die SWB am Donnerstag feierlich die Heimkehr der achten Bahn in den Bonner Stadtverkehr verkündet. Die Acht steht für die Vollendung der Sieben, für Auferstehung, glücklichen Neubeginn und das Unendliche. Kein Wunder also, dass die ausgeklügelte Dramaturgie in der Instagram-Story der Verkehrsbetriebe sofort Besucher anlockte. Sogar der neue Verkehrsminister kam, um an der Nordbrücke die Nase in den Staub zu halten. Seine Aussage, beim Wiederaufbau zweigleisig für vier oder sechs Spuren zu planen, greifen wir bei der Gelegenheit gleich auf. Schließlich ist am Sonntag Weltkindertag und in 13 Wochen Weihnachten.
Also: Bei Amazon haben wir jetzt Huckleberrys Baumhaus-Seilbahn entdeckt, mit extra langem Seil und „in Naturfarben mit grünen Details“. Mit 29,90 Euro gleich günstig wäre das 1000-Teile Puzzle mit der Oper von Sydney (samt vollständiger Harbour Bridge!) und recht passend zum 20. Jahrestag der Idee eines Bonner Festspielhauses noch dazu. Tja, wirklich verrückt, dass man auf die städtische Kampagne „Unerreichbar gut!“ erst jetzt gekommen ist. Neben „Bonn brodelt“ gäbe es natürlich noch eine Variante: Manchmal ist man der Hund und manchmal der Baum.
Einen schönen Restsonntag wünscht 
Ihr Rüdiger Franz
 
Rüdiger Franz 
Redakteur Journal | Boulevard | Sonderthemen
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